Als Sondengänger Bodenfunde melden

| Als Sondengänger Bodenfunde melden

Mit den ersten Funden von antiken Gegenständen kommen zwei Entscheidungen auf den Schatzsucher zu: Will ich den Fund melden oder nicht?! Und behalte oder verkaufe ich den Bodenfund?! Theoretisch dürfte erstere Überlegung gar nicht stattfinden, da ja eine Meldepflicht besteht. Schatzsucher die ihre Fundstücke melden und zur Auswertung geben, handeln absolut richtig. Nach dem 4ten oder 5ten Abgabebesuch mag für alle Beteiligten klar sein, dass es sich nicht um Zufallsfunde handelt. Sicherer wird allerdings von Mal zu Mal, dass die Funde abgegeben werden. Mit dem gewonnenen Vertrauen kann eine Zusammenarbeit entstehen, die mehr aus dem Hobby macht. Sondengänger mit einer Grabungsgenehmigung oder Beauftragung können durch die Meldung von unbekannten Bodendenkmäler oder neuen Erkenntnissen zu bekannten Bodendenkmälern als Partner der Archäologie wertvolle Arbeit für die Denkmalpflege leisten. 

Und bitte:

Keine falschen Fundortangaben machen! Das kann zu völlig falschen wissenschaftlichen Erkenntnissen führen und richtig Schaden anrichten. Wer etwa auf Trödelmärkten „Römerschrott“ kauft und diesen abgibt, trägt damit ganz sicher nicht zu wissenschaftlichen Erkenntnissen bei! 

Es lässt sich anhand der Patina und Erdresten feststellen, ob es tatsächlich sein kann, dass diese Fundstücke an der angegebenen Stelle gefunden wurden, abgesehen davon, dass es dem Hobby und den Archäologen beträchtlich schadet. Bei aller „Gegnerschaft“: Archäologen machen auch nur ihre Arbeit und es besteht ein gegenseitiges Interesse. Die Archäologen möchten natürlich wissen, wo genau das Fundstück gefunden wurde, der Schatzsucher evtl., um was genau es sich handelt. Doch zurück zu dem abgegebenen Fund: In 99% aller Fälle bekommt der Finder seine Funde nach kurzer Zeit wieder zurück, mit einer schriftlichen Einordnung (um was genau es sich handelt, welche Zeitstellung usw.). Probleme gibt es allenfalls in Bundesländern, in denen ein „Schatzregal“ steht. Sollte das LDA ein Interesse an dem einen oder anderen Stück haben, so bekommt der Finder eine Entschädigung (je nach Land!). Die schriftliche Einordnung, die man bekommt, hat einen nicht unbeträchtlichen Wert. Gerade der Anfänger hat sicher Schwierigkeiten, einen Fund einzuordnen. Für ihn kann die Einschätzung  ein große Hilfe sein.

Fundmeldung vornehmen!

Die Fundmeldung geht so vor sich: Der Schatzsucher kopiert die Stelle einer topographischen Karte 1:25000, an der die Bodenfunde gemacht wurden, markiert diese auf der Karte und schreibt gut sichtbar auf die Kopie den Namen und die Nummer der Karte. Auf alle Fälle muss erkennbar sein, wo auf der Karte gemeint ist, also nicht nur ein kleines Stück kopieren, sondern so, dass möglichst eine Ortschaft oder ein anderer markanter Orientierungspunkt sichtbar ist. (Ob das Kopieren eines Ausschnitts überhaupt erlaubt ist sollte man vielleicht mal das Landesvermessungsamt fragen). Also etwa a = Münze, b = Ring oder so ähnlich. Selbstverständlich kann man auch eine Lageskizze anfertigen.

Dann verpackt man beides (Kopie oder Skizze und Funde) und schickt es entweder an das zuständige Landesdenkmalamt oder an die Gemeinde. Man kann natürlich die Bodenfunde auch persönlich abgeben. Auf alle Fälle den Absender nicht vergessen! Diese Beschreibung des Vorgehens gilt natürlich nur für Bundesländer, wo solches problemlos gehandhabt wird. Die Rückgabe erfolgt der DTI Erfahrung nach auch problemlos dann, wenn kein besonderes wissenschaftliches Interesse vorhanden ist.

Munitionsfunde

Melden Sie Munitionsfunde der Polizei und graben Sie diese auf keinen Fall aus. Lassen Sie diese auf keinen Fall unbeaufsichtigt oder einsehbar liegen. Auch alte Munition kann noch scharf sein! Es besteht Lebensgefahr!

 

QUELLE
Auszug aus " Das Handbuch für Schatzsucher", 150 Seiten
Selbstverlag DTI GmbH & Co. KG, Dormagen, ISBN 3-937034-06-4

» DAS HANDBUCH FÜR SCHATZSUCHER

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.