So recherchieren und finden Sie unentdeckte Suchgebiete

| So recherchieren und finden Sie unentdeckte Suchgebiete!

Wie recherchiert man nach Suchgebieten? Welche Quellen sind ergiebig? Wie kann ich vorgehen?

  1. Bibliotheken
  2. Archive
  3. Flurnamen
  4. Luftbildarchive
  5. Kreisheimatpfleger
  6. Baumverbände
  7. Seniorenheime
  8. Historische Straßen – Topokarten
  9. Topographische Recherche
  10. Infrastrukturen und Architektur

Hier sollen im Folgenden einmal eher ungewöhnliche Methoden der Recherche gezeigt werden, wie man potenziell interessante Suchgebiete finden kann.

zu 1. Starten Sie Ihre Suche in Bibliotheken

Büchereien, wie Stadt- oder Universitätsbibliotheken, bieten weit mehr als die üblicherweise genutzten Möglichkeiten. Das normale Vorgehen ist meistens: Stoische Suche nach Literatur über Schlachtfelder oder nach Wohnplätzen. Wo findet man Schlachtfelder? Im Bereich Lokalhistorik oder Archäologie. Kaum jemand denkt hier weiter. Denn die Bautechnik-, Architektur- und Wirtschaftsabteilung hat auch einiges zu bieten!

zu 2. Archive

Eine der wichtigsten Recherchequellen sind Archive. Das fängt bei den Archiven der örtlichen Zeitung an und endet noch nicht beim jeweiligen Stadtarchiv. Zugegebenermaßen gestaltet sich die Nachforschung hier manchmal schwierig, da die Sortierung und damit die Auffindmöglichkeit von Dokumenten manchmal recht chaotisch ist und nicht alle Städte weit zurückreichende Archive haben.

zu 3. Flurnamen (Katasteramt)

Ebenfalls eine Fundgrube sind städtische / gemeindliche Katasterpläne. Nicht die neuen, aber die alten Pläne, auf denen noch die Flurbezeichnungen eingetragen sind, wie sie bis ins letzte Jahrhundert gebräuchlich waren. Solche Flurbezeichnungen sind immens aufschlussreich. Heißt etwa eine Stelle mitten im Wald „Alter Markt“, so ist dass mit Sicherheit kein Zufall. Die Flurnamen variieren sehr stark von Land zu Land. In einigen Uni – Bibliotheken gibt es Flurnamenverzeichnisse, in welchen auch die wahrscheinliche „Bedeutung“ zu finden ist. Einige Beispiele finden Sie im Schatzsucherbuch!

zu 4. Luftbildarchive

Wie schon bei den Flurnamen, wurden auch die Luftbilder bereits angesprochen. Sie sind mit die wertvollsten Hilfsmittel des Archäologen, aber auch des Sondengängers. Es gibt in einigen Städten Luftbildarchive (z. B. Würzburg). Soweit braucht man aber meist nicht gehen. Luftbilder sind relativ teuer. Die Landesvermessungsämter bieten eine günstigere Alternative. So genannte „Luftbildkarten“. Die Preise schwanken zu stark, als das man hier einen Anhalt geben könnte.

zu 5. Kreisheimatpfleger

Sind dem Hobby oftmals durchaus aufgeschlossen, wenn sie merken, dass der Betreffende wirkliches Interesse an der Geschichte hat und es ihm nicht nur um die schnelle Mark geht. Diese Denkmalschützer haben einen sehr guten Überblick über die Lokalhistorie. Eine Unterhaltung kann nie schaden, eigentlich nur nutzen!

zu 6. Bauernverbände

Eine bisher sehr vernachlässigte Methode ist es, die topographischen und historischen Kenntnisse der Landwirte zu nutzen. So geben viele Verbände Rundbriefe und Zeitungen heraus. Wer hier ein Inserat aufgibt, kann viel erfahren. Nicht zu vergessen: Gerade in ländlichen Gebieten haben Landwirte sehr oft auch die Überlieferungen des Ortes im Kopf. Viele solcher Überlieferungen sind örtlich eng begrenzt und werden wenige Kilometer weiter schon nicht mehr gekannt.

zu 7. Seniorenheime

Ebenfalls so gut wie nie genutzt wird die Erfahrung und die Erinnerung älterer Menschen. Zwar fragt man durchaus mal Opa und Oma, ob sie etwas von einer Legende über einen verschollenen Schatz wissen, aber hat schon einmal jemand einen Aushang mit derselben Anfrage in einem Seniorenheim angebracht.

zu 8. Historische Straßen – Topokarten

Und hier kommt man zu den so oft beschriebenen Hohlwegen. Weiter oben wurde schon kurz darauf eingegangen. Dass an solchen Hohlwegen des Öfteren schöne Funde auftauchen, ist wohl hinlänglich bekannt. Weit weniger bekannt allerdings ist die Tatsache, dass es auch im Feld und nicht nur an Berghängen Hohlwege gab. Wer einmal auch auf neuere Straßenkarten schaut, wird sich wundern, wie häufig der Name „Hohle Gasse, Hohler Weg, Hohl“ etc. auftaucht.

zu 9. Topographische Recherche

Hierzu muss man allerdings erst einmal einiges klarstellen: Die weit verbreitete Meinung, Kelten hätten die vielen existierenden Ringwälle bewohnt, ist völliger Unsinn. Im Regelfalle haben Kelten und Germanen in normalen, kleinen Siedlungen gewohnt die, ebenfalls im Regelfall, nur aus einigen Hütten bestanden. „Gewohnt“ haben sie nur in Ausnahmefällen innerhalb solcher Anlagen, in den so genannten Oppida.

zu 10. Infrastrukturen und Architektur

Warum findet der eine so viel und der andere so wenig? Alles eine Frage des Glücks? Sicherlich auch. Ein guter Teil der Erklärung allerdings liegt eher im besseren geschichtlichen Verständnis und Wissen. Wer beispielsweise davon ausgeht, eine römische Villa habe aus einem Haus und sonst nichts bestanden, verschenkt einen großen Teil des potenziellen Fundgebietes.

 

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Wir möchten darauf hinweisen, dass sich die gesetzlichen Vorgaben im ständigen Wandel befinden und sich auch regional immer wieder verändern. Wir übernehmen keine rechtliche Gewähr. 

QUELLE

Ausschnitte aus " Das Handbuch für Schatzsucher", 150 Seiten, Selbstverlag DTI GmbH & Co. KG, Dormagen, ISBN 3-937034-06-4 » DAS HANDBUCH FÜR SCHATZSUCHER

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